[Video Of The Month] Tom Chaplin – Midnight Mass

Jedes Jahr aufs Neue versuchen sich etliche Künstler an einem Weihnachtssong oder sogar ein komplettes -album. Dabei zu überzeugen ist nicht ganz einfach. An diese Herausforderung hat sich nun auch kein geringerer als der Keane-Frontmann Tom Chaplin herangewagt und das mit Erfolg! :)
Für mich als Keane-Fan war es fast schon eine Pflicht in das neue Album „Twelve Tales Of Christmas“ von Tom reinzuhören. Bereits mit der Nachricht über den Release konnte ich mir seine Stimme wunderbar in extrem gefühlvollen Weihnachtsliedern vorstellen. Wenn man es genau nimmt, ist diese schlichtweg einfach dafür geschaffen! Zudem war die Überraschung groß, als sich herausstellte, dass Tom nicht nur Songs nachsingt, sondern auch ganz eigene Lieder geschrieben hat und diese sogar in der Mehrheit sind. Beim Reinhören brauchen einige seiner Songs manchmal noch eine Weile bis man sich ihnen voll und ganz hingeben kann… passend eigentlich zur weihnachtlichen Stimmung, für die es auch eine gewisse Portion an Ruhe benötigt. Dagegen konnten andere Stücke wiederum instant überzeugen, darunter eben auch „Midnight Mass„. In wenigen Minuten wird einem hier ein unfassbar berührendes Highlight an weihnachtlicher Soundsymphonie geboten. Zu Beginn wird der Hörer dafür mit einer extrem sanften Pianomelodie eingeholt. Diese erinnert, insbesondere durch langes nachziehen der Töne, an ein abgewandeltes Glockenspiel und versetzt einen sofort in eine weihnachtliche Umgebung. Sehr schnell setzt dann auch der Gesang ein. Wie erwartet passt diese dann einfach perfekt in den Rahmen. Ein intelligent verwendetes Voice-Echo trifft einen bereits hier direkt ins Mark und sorgt für pure Gänsehaut. Beim Singen des ersten Verses wird einem die Bedeutung des Albumtitels erneut bewusst, alles wirkt hier tatsächlich wie ein vorgetragenes Gedicht: verträumt, lieblich, wunderbar. Einen Bruch, aber auch gleichzeitig Spannung erfährt das Werk im Refrain, welcher ohne großes Drumherum bzw. Bridge, direkt eingeleitet wird. Ein derber Kontrabass bringt einen bittersweeten, teilweise sogar düsteren Beigeschmack. Hinzu kommt eine schnellere Dynamik durch ein entsprechend angepasstes Klavierspiel. Zusätzliche Reize erfährt der Song durch vielerlei stimmliche Variationen in Kraft und Ton, vor allem beim zweitmaligen Durchgang. Besonders herausragend sind dabei vor allem die starken und eindringlichen Höhen beim „Halleluja“. Ein weiterer Moment richtig großer Gefühle.
Obwohl der Song nun an Fahrt aufgenommen hat wird es gegen Ende des Refrains wieder ruhiger. Gesang und Piano werden zurückgefahren, eine Einstimmung auf den zweiten Vers. Dieser setzt allerdings mit etwas mehr Dynamik fort. Zudem ist er auf lediglich eine Strophe begrenzt. Umso mehr hat man dann anschließend vom nächsten Chorus. Ein Traum, denn nun werden die Streicher weiter verstärkt. Gleiches gilt für das Echo. Selbiges wird jedoch noch zusätzlich durch einen Chor gestützt, deren Voices mit jeder Wiederholung immer mehr in den Vordergrund rücken. So ergibt sich trotz extremer Überlagerung eine sagenhafte Symphonie. Da braucht es dann neben ein paar Streichern auch nicht viel mehr. Gegen Ende wird nochmal alles ruhiger, während erneut das sanfte Klavier auftaucht. Ein paar letzte Lyric-Hauchzer lassen das Stück idyllisch ausklingen.
Wer während des Songs noch nicht voll und ganz in Tränen zerflossen ist, wird es spätestens mit Anschauen des ebenso tief berührenden Videos. Schon die zahlreichen Hundeszenen machen mir als Hundebesitzer wahrlich eine Freude. Gleichzeitig bricht einem die Einsamkeit des älteren Gruppenleiters das Herz. Die Zusammenkunft beider Elemente am Ende des Videos, bei dem die Hundebesitzer eine Andacht für den mittlerweile verstorbenen alten Herren halten, bricht einem erneut das Herz! Zugleich denkt man an die eigenen Lieben sowie das Glück und die schönen Momente des weihnachtlichen Zusammenseins.

Quelle: youtube.com/watch?v=qg5VJ1W-tN8U

Fazit:
Im Weihnachtsalbum „Twelve Tales Of Christmas“ von Tom Chaplin erinnert wohl „Midnight Mass“ am meisten an die herausragende Zeit bei Keane. Vermutlich trägt das auch einen großen Anteil am Ausdruck des Stücks. Ein wahres Meisterwerk mit unfassbar tief berührenden, weihnachtlichen Klangsymphonien und einer fantastisch darin aufgehenden Stimme des Sängers laden zum Träumen, aber auch Nachdenken und dankbar sein ein.
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